HAST DU DIE WAHRHEIT SCHON GEFUNDEN?

Ich bin auf der Suche nach DER Wahrheit.

Nachdem ich kürzlich den Wikipedia Artikel dazu gelesen habe, bin ich leider keinen großen Schritt weitergekommen. Es gibt so viele verschiedene Definitionen von Wahrheit: In der Philosophie, in den Religionen, in der Wissenschaft, in der Politik – und dann gibt es da auch noch eine Wahrheitsbewegung, die aber teilweise auch sehr heterogene Ansichten hat.

Alles irgendwie menschengedacht. Gibt es da nicht etwas „Universelleres“? Darf das Wort Wahrheit überhaupt einen Plural haben, oder sind das nur Definitionen von Wahrnehmungen?

Müsste es nicht ganz einfach sein: Richtig vs. Falsch, Wahr vs. Unwahr? Was gibt es da zu diskutieren? Und doch gestaltet sich die Suche nach der Wahrheit scheinbar fast so schwer wie die Suche nach dem Sinn des Lebens.

 

Andreas hat diesem Thema sehr viel Zeit und Recherche gewidmet und Anfang des Jahres beschlossen, sein Wissen mit uns allen zu teilen.


 

Andreas, Anfang des Jahres hast du deinen Podcast „Dynamind- Sprengstoff für deinen Geist“ gelauncht. Im Vorwort schreibst du: Es führt nur ein Weg in die Freiheit – der Weg zur Wahrheit.

Ich lese so oft bei Lifestyle-spirituell geprägten Coaches, das Ziel für ein freies, glückliches Leben wäre, seine Wahrheit zu finden. Man solle authentisch sein, den Mut haben nach seinen eigenen Regeln zu leben und zu agieren. Wenn wir diesem Rat folgen würden, hätten wir dann für ein friedliches und freies Leben 7,8 Milliarden Wahrheiten? Das hört sich für mich eher nach totalem Chaos an. Nicht besser wäre es, einer der vielen selbst definierten Wahrheiten eines Gurus zu folgen.  Da würden wir dann auch die von dir angesprochenen Bereiche deiner letzten Folge, „Wissen ist Macht“, streifen.

Wie erkennt man denn DIE Wahrheit?

 

Deine Frage ist schon in ihrer Wortwahl äußerst treffend, denn erkennen setzt in unserem Sprachgebrauch oftmals vorherige Kenntnis, also bereits vorhandenes Wissen voraus.

Und tatsächlich hat mich meine Suche zwar über die unterschiedlichsten Bereiche geführt, aber letztendlich landete ich doch immer wieder bei mir selbst. Meine Recherchen bestätigten mich nach unzähligen Informationen in Form von Artikeln, Büchern, PDFs, Hörbüchern, anderen Podcasts, Dokumentationen und Vorträgen in dem, was ich auf eine gewisse Weise schon immer gewusst und gefühlt habe.

Die Wahrheit lag schon immer in mir – und ich bin der Überzeugung, dass sie in den meisten von uns bereits vorhanden ist.

Ihr wurde im Laufe unseres Lebens nur so vieles an Halb- und Unwahrheiten, Meinungen und Glaubenssätzen hinzugefügt, dass wir sie nicht mehr von all dem unterscheiden können.

Oftmals verdrängen wir sie aber auch ganz bewusst um unser Ego zu schützen.

Wenn wir also „Die Wahrheit“ erkennen wollen, geht es eigentlich weniger darum Neues zu entdecken, sondern vielmehr sie aus all den bereits gesammelten Informationen, die wir während unserer Prägung und Bildung und durch den Einfluss der jeweiligen Kultur als wahr angenommen haben, herauszufiltern und in uns selbst wieder zu finden.

Um „Die Wahrheit“  aus all diesen Informationen herausfiltern zu können, müssen wir allerdings zunächst einmal verstehen, was das Konzept Wahrheit überhaupt ist und ein einheitliches Verständnis hierfür schaffen.

Denn wie du bereits eingangs formuliert hast, scheint es viele unterschiedliche Deutungen des Wortes Wahrheit zu geben.

Egal, ob es sich um philosophische, spirituelle, religiöse, politische oder anderweitig weltliche Strömungen handelt, alle deuten den Wahrheitsbegriff so, dass er in das jeweilige Dogma passt.

Allerdings ist es die eigentliche Aufgabe unserer Sprache, bestimmten Sachverhalten eine einmalige Bezeichnung zu geben, so dass bei jedem sofort die selbe Assoziation des sich hinter einem Wort befindlichen Konzeptes entsteht.

Was ist also Wahrheit?

Wenn wir eine Aussage über einen bestimmten Sachverhalt tätigen, die korrekt, richtig oder wahr ist, sprechen wir auch oftmals davon, dass diese Aussage der Wahrheit entspricht.

Mit der Verwendung des Wortes „entsprechen“ wollen wir zum Ausdruck bringen, dass die Aussage deckungsgleich, gleichbedeutend oder in Übereinstimmung mit diesem Sachverhalt ist.

Und wenn nun eine Aussage der Wahrheit entspricht, oder diese widerspiegelt, bedeutet das, dass der Sachverhalt, auf den wir uns mit dieser Aussage beziehen, selbst die Wahrheit ist.

Wahrheit ist das, was real und richtig ist. Sie ist all das, was die Bedingung erfüllt, in der Gegenwart tatsächlich zu existieren oder zu geschehen, bzw. in der Vergangenheit wirklich existiert zu haben oder geschehen zu sein; und korrekte, richtige oder wahre Aussagen darüber sind gleichbedeutend mit ihr.

Allerdings würde das Universum mit all seinen Naturgesetzen und Sachverhalten auch ohne den Menschen existieren und daher ist die Wahrheit kein menschliches Konstrukt, sondern sie existiert unabhängig von dem Menschen, seiner Wahrnehmung oder seiner Bewertung.

Sie ist das, was ist, so wie es ist.

Da es nun ja aber gegen unendlich gehend viele Sachverhalte gibt, über die man korrekte, richtige oder wahre Aussagen treffen kann, können wir also durchaus auch von mehreren Wahrheiten sprechen, aber das Konzept Wahrheit ist einzigartig und einmalig und sagt, dass es zu jeder Betrachtungsweise eines Sachverhaltes nur eine einzige, objektive und universell gültige Wahrheit gibt.

Dies zu erkennen – und auch wirklich zu verstehen – würde ich als den ersten Schritt auf dem Weg zur Wahrheit bezeichnen.

Wenn wir die Wahrheit als ein einmaliges und universell gültiges Prinzip erkennen, können wir mit ihrer Hilfe nicht nur auf analytischer Ebene zwischen korrekt und inkorrekt unterscheiden, sondern auch auf moralischer Ebene zwischen richtig und falsch.

Denn wer sich ihr nähert wird feststellen, dass uns das, was wir als Schöpfung bezeichnen, feste und unveränderliche Regeln jenseits aller Dogmen vorgibt, die sowohl über unser Leben, als auch über unser Zusammenleben bestimmen. Wenn wir diese nicht kennen, sie nicht wahrnehmen, sie ignorieren oder sie missachten, werden wir immer Chaos zur Folge haben und wenn wir sie befolgen, wird uns dieses Wissen um die Wahrheit befreien.

Und das ist der Grund, warum dem Begriff der Wahrheit – zurecht – eine so große Bedeutung zugemessen wird:

In philosophischen, spirituellen oder religiösen Strömungen wird das Erkennen der Wahrheit mit dem Erlangen eines tieferen, esoterischen Wissens oder dem Erreichen einer höheren Bewusstseinsstufe gleichgesetzt.

In materiellen Weltbildern soll die Suche nach der Wahrheit letztendlich zur Lösung aller weltlichen Probleme führen.

Das Bedürfnis, die Wahrheit zu finden, ist im Verständnis vieler Menschen also untrennbar mit der Hoffnung auf Weiterentwicklung und/oder die Lösung von Problemen verknüpft, seien es innere oder äußere.

Und genau diese Hoffnungen könnte uns das Erkennen der Wahrheit auch erfüllen – allerdings nur, wenn wir sie auf rationaler Ebene selbst ergründen und uns nicht von ideologischen Gurus oder Führern leiten lassen, die ihr Halb- und Unwahrheiten hinzufügen oder persönliche Meinungen und Glauben einfließen lassen und auf unsere Emotionen einwirken.

Denn ein guter Lehrer sagt uns nicht was wir zu denken und zu fühlen haben, sondern er bringt uns sowohl bei, wie unsere Gedanken entstehen und wie wir denken müssen, als auch wie unsere Gefühle entstehen und was ihre jeweilige Aufgabe ist, damit wir selbst zielführend lernen können und das Gelernte am Ende auch wirklich verstehen.

Die Wahrheitsfindung ist also zunächst ein rein logischer Vorgang und erst gegen Ende dieses Prozesses sollten wir auf unsere Gefühle vertrauen, wenn wir ihre Bedeutung im großen Kontext verstanden haben.

Und daher habe ich es mir mit meinem Podcast zur Aufgabe gemacht, dem Zuhörer anhand von wissenschaftlichen Fakten aus unterschiedlichen Bereichen neue Denk- und Sichtweisen aufzuzeigen, damit er „Die Wahrheit“ – und was sie in ihrer Konsequenz bedeutet – mit logischem Denken in sich selbst wiederfinden kann.

 

 

Dein Podcast baut sich thematisch auf. Du betonst immer wieder, dass man unbedingt bei Folge 1 einsteigen sollte…

Ja, das ist richtig, weil Dynamind als Serie gedacht ist – das heißt, dass spätere Folgen oftmals das Wissen aus vorherigen Folgen voraussetzen, um das auf dem jeweiligen Abschnitt behandelte Thema auch wirklich verstehen zu können.

Zu Beginn behandle ich die unterschiedlichsten Themenbereiche, die auf den ersten Blick nicht allzu viel miteinander zu tun haben scheinen.

Aber im Laufe der Zeit erkennt der Zuhörer die Beziehungen, die zwischen den einzelnen Bereichen bestehen und das ergibt dann Stück für Stück ein größeres Bild, in dem er dann die Probleme und deren Ursachen selbst erkennt und sich die Lösung dieser Probleme dann von ganz alleine offenbart.

Ich habe mich als roten Faden für ein Zitat Buddhas entschieden, in dem er sagt, dass es nur zwei Fehler gibt, die man auf dem Weg zur Wahrheit begehen kann.

Der erste ist, ihn erst gar nicht zu betreten und der zweite, ihn nicht bis zum Ende zu gehen.

Aber auch diesen Weg sollte man eben Schritt für Schritt gehen.

 


Der erste Schritt ist ein Klick.

Lust diesen Weg zu beschreiten? Ich kann euch den Podcast von Herzen empfehlen.

Hier geht es hier zur kompletten Podcast Playlist auf Youtube

 

 

 

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