Der Frühling klopft an die Tür – und mit ihm die Zeitqualität des Neuanfangs! Während die Natur jeden Tag mehr zum Leben erwacht, ist es auch für uns Menschen an der Zeit, Ballast abzuwerfen und ein bisschen leichter zu werden. Und nein, damit meine ich nicht nur die drei Lagen Pullis, die uns seit November einengen Nach den langen, dunklen Monaten fühlen wir uns oft schwer und träge – sei es durch schwere Mahlzeiten, zu wenig Bewegung oder den einen oder anderen Netflix-Marathon mit Salz- und Süßkram. Und was wäre besser als eine kleine Reinigungskur ganz im Einklang mit der Natur?

 

Neustart mit altem Wissen

Lassen wir die teuren Detox-Tees, die aktuell den Instagram-Kanal überschwemmen, mal links liegen – die Natur hat nämlich ein Dream-Team im Gepäck, das sich ganz einfach beim nächsten Spaziergang sammeln lässt: Birkenblätter und Brennnesseln.

Im Mittelalter (und eigentlich auch schon viel früher) standen Birken- und Brennnesselblätter hoch im Kurs – und zwar nicht nur auf dem Teller, sondern auch im Klostergarten. Die Klostermedizin nutzte sie beispielsweise für Tees und Tinkturen, um „den Leib zu reinigen“. Hildegard von Bingen, eine Pionierin der Pflanzenheilkunde, beschrieb ihre heilenden Eigenschaften detailliert in ihren Werken. Auch das Lorscher Arzneibuch, ein berühmtes Werk der Klostermedizin, dokumentierte die Anwendung dieser Kräuter.

Was diese alten Heiltraditionen, wie auch Ayurveda und TCM, so besonders macht, ist ihre ganzheitliche Betrachtung von Körper, Geist und Seele – ein Ansatz, den wir heute wieder entdecken und ohne viel Chi-Chi in unseren Alltag integrieren können.

 

  • Birkenblätter: Die Birke galt im germanisch-keltischen Brauchtum als Zauberbaum und symbolisiert Frühling und Neubeginn. Verwendet werden die jungen, etwa ein bis zwei Monate alten Blätter der Hängebirke (Betula pendula), die sanft getrocknet werden. Sie enthalten Flavonoide, die sanft entwässern, ohne den Körper auszutrocknen.
    Der Birke werden auch blutreinigende Eigenschaften zugeschrieben, sie soll zudem gegen rheumatische Beschwerden helfen.
  • Brennnessel: Obwohl diese Universalpflanze mittlerweile als Unkraut verschrien ist, bleibt uns die Brennnessel (Urtica dioica) als pflanzlicher Verbündeter weiterhin wohlgesonnen!
    In der Volksmedizin werden hauptsächlich die Blätter und Wurzeln verwendet. Gesammelt werden kann von März bis Oktober. Die Brennnessel fördert die Ausscheidung über die Nieren, liefert gleichzeitig wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium und Kieselsäure. Zusätzlich bringt sie als grüne Vitamin-C-Bombe die Lebensgeister in Schwung.
    Hautunreinheiten oder Gelenkprobleme? Die Brennnessel-Teekur wirkt entschlackend und spült alles einmal ordentlich durch.

 

Frühjahrskur zum Nachmachen

  1. Besorge dir getrocknete Birkenblätter und Brennnesselkraut (achtsam selbst sammeln oder in Bio-Qualität kaufen).
  2. Übergieße 1 gehäuften Teelöffel Kraut mit 1 Tasse heißem Wasser und lasse es 5–10 Minuten ziehen.
  3. Trinke täglich 3 Tassen über 3–4 Wochen – aber vergiss nicht, deinen Wasserhaushalt im Auge zu behalten und zusätzlich genügend Wasser zu trinken.*

Detox mit Genuss
Natürlich kannst du den Tee mit einem Spritzer Zitrone, Zitronengras und/oder Ingwer geschmacklich etwas verfeinern. Also, auf geht’s! Tu dir etwas Gutes ohne großen Aufwand und begrüße den Frühling mit einer einfachen kleinen Teekur. Und wenn dir die Vorstellung eines Detox-Tees zu langweilig klingt: Wie wäre es mit einem Brennnessel-Smoothie oder einem Birkenblätter-Zitronen-Infused Water?

 

Achtung: Bei Wasseransammlungen und Ödemen aufgrund eingeschränkter Nieren- und Herztätigkeit dürfen entwässernde Tees nicht angewendet werden.

 

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