HUI, GANZ SCHÖN BUNT HIER

Eigentlich wollte ich heute was zum Rosenhydrolat schreiben, aber dann kamen mir ganz viele #uefail-Regenbögen auf Instagram und Co. dazwischen. Mein Gedanke dazu ist mir gerade zu schade um ihn nur als Reaktions-Story nach 24 Stunden verpuffen zu lassen.

ICH BIN EIN GUTER MENSCH

Ich finde es wunderbar, wenn sich die Menschen gegen Unrecht zur Wehr setzen. Ich frage mich nur, was diese Regenbogen-Posts wirklich bewirken, außer für fünf Minuten das wohlig-gute Gefühl zu haben, auf der richtigen Seite zu stehen.

War das nicht schon so, als wir 2015 alle Paris waren und die halbe Nation nach ihrem Kundtun einen Eifelturm in der Hose hatte? Jetzt sind wir alle bunt, tolerant und weltoffen – indem wir ein buntes Fähnchen posten. Erledigt. Gut, dass es in der heutigen Zeit so einfach ist. Und damit haben wir alles getan um heute Abend in schwarz-rot-gold-blau-grün-gelb-lila gewandet und guten Gewissens unserer Nationalelf zuzujubeln.

Ja? Nein?

Ich hätte da eine andere Idee, die vielleicht auch nachhaltig etwas bewirken könnte. Hier und heute geht es ja primär nur um eine Antwort auf Ungarns Politik. Inwieweit sich da der europäische Fußballbund äußern und positionieren muss, lässt sich streiten.

Doch sich für eine WM in Katar kaufen zu lassen, ist eine ganz andere Nummer. Wer wirklich sein Fähnchen für Menschenrechte hochhalten möchte, der boykottiert 2022 am besten die ganze Veranstaltung. Wo keine Zuseher, da keine Werbeinnahmen- und an diesem Punkt tut es richtig weh. Nicht nur der FIFA.

Wenn Teams nicht anreisen und Fans nicht einschalten würden, wäre das mal ein Statement, vor dem ich wirklich Respekt hätte.

 

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