ES IST KRIEG

Seit gestern ist der Krieg ein Stück näher an unsere Grenzen gerückt. Bomben fliegen, Menschen sterben und die Sanktionen werden uns alle treffen. Die Inflation wird steigen und viele Wohnungen buchstäblich kälter und dunkler werden.

FRIEDE UND FREIHEIT FÜR ALLE MENSCHEN, TIERE UND SONSTIGEN SEELEN,
NICHTS WÜNSCHE ICH MIR MEHR.

Diesen Wunsch teile ich mit vielen anderen, das merke ich, wenn ich aktuell die sozialen Medien durchforste und sehe, wie sehr alle für die Opfer beten, Frieden herbeisehnen, schöne Bilder und Zitate posten oder für zwei Tage ihr Influencertum infrage stellen. Zwangsläufig fühlt man sich wieder in seine Kindheit zurückversetzt, wenn es unheilvoll heißt: „der Russe kommt“.

Und trotzdem habe ich das Gefühl, mit meinem Wunsch von Friede und Freiheit ziemlich allein zu sein.

 

Seien wir doch mal ehrlich, in zwei Wochen wird es für die meisten „normal“ sein, dass Menschen um ihr Leben und ihre Existenz fürchten. Die meisten werden zum Status Quo zurückkehren, wieder Schminktipps auf YouTube teilen, sich über seinen Chef aufregen, oder überlegen, wo heute ein guter Film läuft, weil der zigte Brennpunkt im TV nun doch etwas die Stimmung drückt, gerade jetzt, wo endlich wieder persönliche Lockerungen in Sicht sind. Wie gestern hautnah erlebt, wurde die Stadt zeitgleich zur ersten Nachricht des Tages mit Fastnachtsblödel-Lieder beschallt, das war dann doch etwas strange.

Klar, irgendwas ist immer. Versteh mich nicht falsch, natürlich bringt es nichts in Passivität und Schockstarre sein Leben zu fristen. Seinen Passionen nachgehen und Spaß haben ist wichtig fürs eigene Seelenheil. Manchmal ist der Zeitpunkt, sich stärker mit etwas auseinanderzusetzen, aktueller. Aber die Frage ist halt, ob man sich auch sonst bewusst ist, was da eigentlich jeden Tag so abläuft und ob einen das ehrlich stört oder ob das Unrecht so weit weg ist, dass es einen persönlich im Alltag nicht groß tangiert.

 

IRGENDWAS IST IMMER

Wen kümmern denn die vielen Menschenrechtsverletzungen weltweit?

Wen kümmern die Flüchtlingsströme aufgrund westlicher Ausbeutung?

Wen kümmern denn die verhungernden Kinder in Afrika?

Wen kümmern denn die vielen anderen Bomben, die seit Jahren täglich irgendwo einschlagen?

Wen kümmern denn die Auswirkungen der täglichen Kleinkriege in unserer Gesellschaft?

Wen kümmern denn die Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche?

Wen kümmern Kinderarmut und pfandflaschensammelnde Rentner?

Wen kümmern denn die Massentierhaltung und die Abläufe in der Fleischproduktion?

Wen kümmern denn noch Tierversuche?

Wen kümmert denn die Abholzung des Regenwalds?

Wen kümmern denn die 60 Kilometer langen Netze am Grund des Ozeans?

 

Schon irgendwie, aber was willst du auch machen, nicht wahr?

Deswegen ab und zu ein Statement fürs gute Gewissen heraushauen, damit jeder weiß, dass man einer von den Guten ist.

 

WAS MAN STATTDESSEN TUN KÖNNTE

Spätestens in den letzten 2 Jahre hatte fast jeder ausreichenden Zeit sich dahingehend zu informieren, was die Hintergründe aller oben genannten Probleme sind und woher sie kommen:

Wo liegt das Problem an der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt?

Ist der Mensch wirklich so ein destruktives Lebewesen?

Wieso werden die einen immer reicher und die anderen immer ärmer?

Was ist der Hintergrund eines Krieges und ist es wirklich so einfach, dass der Grund in eine Bild-Schlagzeile passt?

 

Statt 3 x die Klangschale zu schlagen und einen Purzelbaum für den Weltfrieden zu machen, informiere dich. Und vielleicht können wir dann alle zusammen eine friedliche Welt gestalten, weil zugegeben, allein wird das ganz schön schwierig.

 

Und dann machen wir Purzelbäume im Weltfrieden. Das wünsche ich mir, für dich, für mich, und allen, die gestern, heute und morgen Angst haben müssen.

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